Tagespläne
Ein Tagesplan fasst die Aufgaben eines Tages zu einer Liste mit Zeitfenster zusammen. Die Eltern stellen ihn vorab zusammen, das Kind arbeitet ihn in diesem Fenster ab.
Warum überhaupt ein Plan?
Man könnte auch einfach Aufgaben ohne Plan verteilen. Der Tagesplan löst aber drei Dinge, die einzelne Aufgaben nicht können:
- Der Tag hat einen sichtbaren Anfang und ein Ende. Das Kind weiß genau, wann die „Arbeitszeit“ beginnt und endet. Das erzeugt deutlich weniger Reibung als ein dauerndes „hast du es schon gemacht“.
- Es gibt ein aussagekräftiges Tagesergebnis. Nicht nur, ob eine Aufgabe geklappt hat, sondern ob der Tag geklappt hat. Daraus entstehen Serien, Abzeichen und das Gefühl längerfristiger Entwicklung.
- Er lässt sich als Ganzes anpassen. Stellt sich heraus, dass es zu viel war, korrigierst du nicht an sieben Stellen – du änderst den nächsten Tagesplan, fertig.
In der Praxis beendet der Plan das tägliche Verhandeln. Wenn einmal vereinbart ist „das ist die heutige Liste“, gibt es nachmittags nichts neu zu besprechen.
Einen Plan erstellen
- Öffne den Reiter Aufgabenplaner und wähle Kind und Datum.
- Drücke auf Neuer Plan.
- Lege Beginn und – optional – Ende fest.
- Entscheide, ob du eine feste Reihenfolge willst.
- Füge die Aufgaben hinzu – siehe die Seite Aufgaben.
- Drücke auf Zeitplan, damit der Plan das Kind rechtzeitig erreicht.
Das Zeitfenster
Der Beginn legt fest, ab wann die Aufgaben sichtbar sind. Davor sieht das Kind nur einen Countdown – es kann also nicht früher anfangen und vergisst nicht, dass etwas ansteht.
Das Ende ist optional, aber empfehlenswert: Es gibt dem Tag seine Verbindlichkeit und ist die Grundlage für die Fristenerinnerung. Ohne Ende läuft der Plan nicht von selbst ab.
Feste oder freie Reihenfolge?
- Feste Reihenfolge – das Kind arbeitet die Aufgaben nur der Reihe nach ab. Gut, wenn Aufgaben aufeinander aufbauen (erst das Video schauen, dann das Quiz), oder wenn du eine Routine festigen willst.
- Freie Reihenfolge – das Kind wählt selbst, womit es beginnt. Bei Älteren funktioniert das meist besser: Das Gefühl von Selbstbestimmung zählt, die Reihenfolge nicht.
Was passiert nach dem Einplanen?
- Das Kind sieht einen Countdown bis zum Start und bekommt eine Benachrichtigung, wenn der Plan beginnt.
- Zur festgelegten Zeit werden die Aufgaben verfügbar.
- Das Kind erledigt sie einzeln; was elterliche Überprüfung braucht, kommt zu dir.
- Gegen Ende des Fensters bekommt das Kind eine Erinnerung, falls noch machbare Aufgaben offen sind.
- Der Plan schließt, sobald jede Pflichtaufgabe entschieden ist – oder wenn das Zeitfenster abläuft.
Die Zustände eines Plans
| Zustand | Bedeutung |
|---|---|
| Entwurf | Du arbeitest noch daran; das Kind sieht ihn nicht. |
| Geplant | Fertig, aber noch nicht gestartet. Das Kind sieht einen Countdown. |
| Aktiv | Läuft; die Aufgaben sind verfügbar. |
| Abgeschlossen | Jede Pflichtaufgabe wurde freigegeben. |
| Fehlgeschlagen | Geschlossen, während mindestens eine Pflichtaufgabe offen blieb. |
| Überprüfung abgelaufen | Das Zeitfenster ist abgelaufen, aber Einreichungen warten noch auf deine Freigabe. |
Der letzte Fall ist wichtig: Läuft die Zeit ab, während du eine Einreichung noch nicht angesehen hast, gilt der Plan nicht automatisch als fehlgeschlagen. Er wartet auf deine Entscheidung. Das Kind kann nichts Neues mehr einreichen, aber was es rechtzeitig abgegeben hat, zählt weiterhin.
Punktevergabe – wie kommen die Sterne zusammen?
Es gibt keine komplizierte Formel und keine Obergrenze auf Planebene: Jede freigegebene Aufgabe zahlt genau das, was du an ihr eingestellt hast.
- Freigegebene Pflichtaufgaben zahlen die eingestellten ⭐ Sterne.
- Freigegebene Bonusaufgaben zahlen die eingestellten 💎 Diamanten.
- Die Punkte werden beim Abschluss des Plans gutgeschrieben – nicht pro Einreichung.
Ein Plan gilt als abgeschlossen, wenn jede Pflichtaufgabe freigegeben wurde. Bleibt eine Pflichtaufgabe unerledigt (und sind ihre Versuche aufgebraucht), wird der Plan als fehlgeschlagen markiert.
Ein fehlgeschlagener Plan setzt aber nichts auf null. Die Punkte für bereits freigegebene Aufgaben werden trotzdem gutgeschrieben. Das ist Absicht: Auch ein teilweise gelungener Tag ist etwas wert, und es gibt keinen Grund, um drei Uhr nachmittags aufzugeben.
Beispiel
Der Plan am Dienstagabend besteht aus vier Aufgaben: Hausaufgabe (⭐5), Bettenmachen (⭐3), Lesen (⭐4) und eine Bonus-Zuordnung (💎2).
Lili schafft Hausaufgabe, Bettenmachen und die Bonus-Zuordnung, verbraucht beim Lesen aber ihre drei Versuche. Der Plan gilt als fehlgeschlagen – und Lili bekommt trotzdem die 8 Sterne und 2 Diamanten für das, was sie erledigt hat.
Einen Plan auf einen anderen Tag kopieren
Die Wochentage der meisten Familien ähneln sich, deshalb ist es nicht der schnellste Weg, jeden Abend bei null anzufangen. Im Drei-Punkte-Menü des Plans überträgt Kopieren einen früheren Plan auf ein anderes Datum: Alle Aufgaben und Einstellungen werden dupliziert, der neue Plan entsteht als Entwurf. Danach änderst du nur noch den Unterschied – tausch das Quiz gegen die heutige Lektion, den Rest lässt du stehen.
Es hilft, sich zwei bis drei „Vorlagentage“ zu bauen: einen normalen Schultag, einen Trainingstag und einen fürs Wochenende. Mit deren Kopie steht der nächste Tag in Sekunden.
Praktische Tipps
- Halte das Zeitfenster realistisch. Wenn zwischen 15 und 19 Uhr Training ist, gib ein längeres Fenster oder pack weniger Aufgaben hinein.
- Mach das Ende nicht zu knapp. Die Fristenerinnerung kann nur helfen, wenn noch Zeit zum Reagieren bleibt.
- Nimm eine Bonusaufgabe auf. So haben Schnelle etwas zu tun, ohne dass das Tagesminimum steigt.
- Betrachte die erste Woche als Kalibrierung. Schau, wie viel tatsächlich fertig wird, und passe an. Ziel ist nicht Schwierigkeit, sondern Machbarkeit und Beständigkeit.
- Sieh dir den Fortschritt wöchentlich an. Die Statistik zeigt, welche Aufgabentypen gut laufen und wo es regelmäßig hakt.