Lernmaterialien

Die Lernmaterial-Bibliothek ist der Ort, an dem die Lektion selbst liegt — keine Aufgabe, sondern der Lernstoff, den das Kind beherrschen soll. Einmal hineingelegt, lässt er sich auf mehrere Arten nutzen.

Warum lohnt es sich überhaupt?

Die meisten Eltern schreiben zuerst ein Quiz von Hand aus der Lektion. Das funktioniert, muss aber vor jeder Arbeit neu gemacht werden — und taugt nur für eine Sache.

Ein Lernmaterial ist dagegen eine einmalige Investition. Ist es einmal drin — und sei es nur, indem du zwei Buchseiten abfotografierst —, kannst du:

  • daraus eine Quiz-Aufgabe für den Tagesplan erzeugen,
  • das Kind selbstständig damit üben lassen, wann immer es Lust hat,
  • ein KI-Hausaufgabenhelfer-Thema starten, das genau zu diesem Stoff passt,
  • es in Audio verwandeln, falls Hören besser funktioniert,
  • und eine kurze Zusammenfassung bekommen, mit der Wiederholen schnell geht.

Das ist der entscheidende Unterschied: Eine Aufgabe ist einmalig, ein Lernmaterial ist eine Quelle, aus der viele Aufgaben entstehen.

So läuft es ab

  1. Quelle — du fügst den Stoff ein, lädst ihn hoch oder fotografierst ihn.
  2. Entwurf — es entsteht ein bearbeitbarer Entwurf. Hier kannst du noch alles korrigieren.
  3. Aufbereitung — das System baut Zusammenfassungen und einen Fragenpool daraus.
  4. Fertig — ab jetzt lassen sich Quiz, Übung, KI-Thema und Audio starten.

Die Entwurfsphase ist wichtig: Du siehst den Text immer vor der Aufbereitung. Hat das System bei einem Foto etwas falsch gelesen, korrigierst du es hier — alles Weitere arbeitet dann mit dem korrigierten Text.

Wie legst du ein Lernmaterial an?

Im Reiter Lernmaterial startest du mit Neues Lernmaterial. Du gibst Titel, Fach und Klassenstufe an und wählst dann, woher der Text kommt.

Auswahl der Quelle eines Lernmaterials: eigener Text, PDF, Word, TXT, Foto/OCR, KI-Lernmaterial, KI-Lesetext
Du hast sieben Quellen zur Auswahl. Bei den KI-Optionen siehst du die voraussichtlichen Kreditkosten vorab.

Aus eigenem Material

  • Eigener Text — eintippen oder einfügen. Mindestens 300 Zeichen sind nötig. Liegt die Lektion schon digital vor, ist das der schnellste Weg und völlig kostenlos.
  • PDF-Datei — hochladen, das System liest den Text heraus. Gut für digitale Arbeitshefte und heruntergeladene Stundenentwürfe.
  • Word (DOCX) — dasselbe aus einem Word-Dokument.
  • TXT-Datei — eine einfache Textdatei.
  • Foto / OCR — dazu unten mehr.

Foto / OCR — was das praktisch heißt

„OCR“ ist ein technischer Begriff, die Bedeutung ist aber sehr einfach: Du fotografierst die Seite aus Schulbuch oder Heft mit dem Handy, und DinkyTask liest den Text heraus. Du musst nichts abtippen.

In der Praxis ist es genau das:

  1. Schlag das Schulbuch bei der heutigen Lektion auf.
  2. Mach 1–3 Fotos davon (mehr lassen sich nicht auf einmal hochladen).
  3. Das System wandelt es in Text um.
  4. Durchsehen und korrigieren — dieser Schritt zählt, denn die Erkennung ist nicht immer perfekt: unscharfe Fotos, Handschrift oder mehrspaltiger Satz können Fehler erzeugen.
  5. Bestätigen, dann kann die Aufbereitung starten.

Ein paar Tipps für bessere Ergebnisse: gutes Licht, die Kamera gerade auf die Seite halten und möglichst nur eine Seite pro Foto. Handschrift ist schwieriger als gedruckter Text.

Die Texterkennung kostet KI-Kredit (etwa 2 Kredite pro Bild) — die genauen Preise stehen auf der Seite KI und Kreditkontingent.

Wenn die KI es schreibt

  • KI-Lernmaterial — du beschreibst, was das Kind lernen soll, für welches Alter und wie ausführlich, und die KI schreibt einen bearbeitbaren Entwurf. Gut, wenn das Buch nicht zur Hand ist oder ein Thema einfacher erklärt werden soll.
  • KI-Lesetext — schreibt einen kürzeren Text fürs Leseverständnis. Der passt eher zur Leseaufgabe.

KI-geschriebenen Stoff solltest du vor dem Speichern lesen — die App weist mit „elterliche Überprüfung empfohlen“ ebenfalls darauf hin.

Was passiert bei der Aufbereitung?

Die Aufbereitung speichert den Text nicht nur, sie macht ihn nutzbar:

  • Schnelle Lernfassung — eine kurze Zusammenfassung, mit der Wiederholen schnell geht.
  • Ausführliche Zusammenfassung und Merkpunkte — das Wesentliche herausgezogen.
  • Fragenpool — kategorisierte Fragen, aus denen Quiz und Übungsmodus schöpfen.
  • Chunks — der Text in durchsuchbare Abschnitte zerlegt; das ermöglicht dem KI-Hausaufgabenhelfer, präzise aus deinem Stoff zu antworten.

Die Aufbereitung verbraucht KI-Kredit (ab etwa 10 Krediten, mit der Textlänge steigend). In der Liste siehst du bei jedem Material die geschätzte Tokenzahl und die Anzahl der Chunks — so lässt sich auch im Nachhinein einschätzen, wie viel du hineingegeben hast.

Wofür kannst du es nutzen? — vier Richtungen

1. Eine Quiz-Aufgabe im Tagesplan

Beim Erstellen einer Quiz-Aufgabe bietet die KI-Erzeugung einen Modus „Aus Lernmaterial“, in dem du ein aufbereitetes Material auswählst. Die Fragen entstehen dann aus deinem Text statt aus Allgemeinwissen — die quellentreue Variante zur Vorbereitung auf eine Arbeit.

Ab da ist es eine gewöhnliche Quiz-Aufgabe: Du nimmst sie in den Tagesplan auf und legst Punktwert, Versuche und Schwelle fest.

2. Selbstständiges Üben

Üben unterscheidet sich vom Quiz dadurch, dass es nicht Teil des Tagesplans ist. Das Kind übt, wenn es Lust hat, und so oft es will. Die Fragen kommen einzeln, der Fortschritt wird gespeichert, und das Ergebnis erscheint erst am Ende der Runde.

Übungseinstellungen: Belohnung für eine fehlerfreie Runde, Tageslimit und Wahrscheinlichkeit der Bonustruhe
Die Belohnung fürs Üben lässt sich pro Kind einstellen.
  • Belohnung — beantwortet das Kind in einer Runde alle Fragen richtig, bekommt es die eingestellten ⭐ Sterne (oder 💎 Diamanten).
  • Tageslimit — wie viel sich mit diesem Material an einem Tag verdienen lässt (standardmäßig 5). Das verhindert, dass Üben zum Punktesammeln verkommt.
  • Bonustruhe — nach einer erfolgreichen Runde kann eine Truhe erscheinen, die leer sein oder doppelt bzw. dreifach auszahlen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist einstellbar (standardmäßig 30 %).

Zum Üben braucht es mindestens 5 aktive Fragen — so viele umfasst eine Runde. Ist es aktiviert und hat das Kind an dem Tag noch nichts versucht, kann es eine sanfte Erinnerung bekommen, höchstens einmal täglich.

3. Ein KI-Hausaufgabenhelfer-Thema

Aus einem Lernmaterial lässt sich direkt ein KI-Hausaufgabenhelfer-Thema starten. Der Unterschied zu einem frei geschriebenen Thema: Die KI arbeitet aus dem aufbereiteten Material und den für das Thema relevanten Chunks — sie bleibt also in dem, was die Lehrkraft vorgegeben hat.

Ein Bonus: Im Chat kann das Kind über die Schaltfläche Quelle die kurze Zusammenfassung, die ausführliche Zusammenfassung und das vollständige Material lesen.

4. Audio (Vorlesen)

Aus dem vollständigen aufbereiteten Text lässt sich Audio erzeugen, das sich das Kind anhören kann. Das funktioniert gut bei Kindern, die über das Hören leichter lernen, und zum Wiederholen unterwegs oder vor dem Schlafengehen.

Das Audio entsteht mit der Stimme Stella und kostet je nach Textlänge Kredit — die Schätzung siehst du immer vor dem Start (bei einem Material mit ~12 000 Zeichen etwa 185 Kredite). Einmal erzeugen genügt; danach ist es jederzeit abspielbar.

Der Fragenpool — wenn du eingreifen willst

Der Fragenpool speichert die Fragen nach Kategorien und ist vollständig bearbeitbar: Du kannst eine Frage von Hand ergänzen, eine misslungene deaktivieren und neue Kategorien anlegen.

Fragenpool-Kategorien eines Lernmaterials mit der Anzahl aktiver Fragen je Kategorie
Neben jeder Kategorie steht, wie viele aktive Fragen sie enthält. Selbst angelegte Kategorien lassen sich umbenennen oder löschen.

Kategorien gibt es, damit du gezielt üben lassen kannst: Sitzen die Jahreszahlen, die Begriffe aber nicht, holst du genau diesen Teil hervor. Die Anzahl aktiver Fragen je Kategorie zeigt außerdem, wo es für das Üben zu wenige Fragen gibt.

Wer sieht es? — Zugriff pro Kind

Ein Lernmaterial erscheint nicht automatisch bei jedem Kind. Unter Zugriffe hakst du ab, wer es im eigenen Lernmaterial-Menü sieht.

Eine wichtige Folge: Ist ein Kind nicht angehakt, erscheint bei ihm weder das Material noch das daraus gestartete KI-Thema. Bei mehreren Kindern ist das der häufigste Grund, wenn jemand den Stoff „nicht findet“.

Auch die Einstellungen für Üben und KI-Helfer gelten pro Kind — Geschwister können aus demselben Lernmaterial unterschiedliche Belohnungen und Tageslimits bekommen.

Praktische Tipps

  • Ein Lernmaterial = eine Lektion. Pack kein ganzes Kapitel hinein: Fokussierter Stoff ergibt bessere Fragen und eine brauchbarere Zusammenfassung.
  • Nach dem Fotografieren immer den Text durchsehen. Zwei Minuten Kontrolle ersparen viele schlechte Quizfragen.
  • Gib einen sprechenden Titel. „Geschichte“ sagt in einem halben Jahr nichts; „Antikes Rom — die Republik“ schon.
  • Vor der Arbeit Quiz, sonst Üben. Das Quiz prüft ab und zahlt Punkte im Plan, das Üben ist freiwillig und baut Selbstvertrauen auf.
  • Erzeuge nicht für alles Audio. Es kostet Kredit; es lohnt sich dort, wo das Kind es wirklich anhört.
  • Sieh dir den Fragenpool mindestens einmal an. Die erzeugten Fragen sind meist gut, aber eine missverständliche lässt sich gut deaktivieren.